Weshalb insbesondere für die Erstellung von Druckwerken die zugehörigen Bilddateien niemals über ein Scannen von bereits gedruckten Medien erzeugen sollten und stattdessen immer Originaldateien benötigen.

Typisches Negativ-Beispiel aus der Praxis: Der Scan von Visitenkarten oder gedruckten Vorlagen für eine Verwendung in Druckmedien wie einer Anzeige in der Zeitung

Problematisch wird es dann, wenn die Originalvorlage zu wenig Bildpunkte hat. Beispiel: Ein Foto für den Bildschirm benötigt nur 72dpi, dh. 72 Pixel je 2,5cm (=1 Inch). Im Druck aber benötigen wir 300dpi, also mal grob das 4,5-fache. Ein Foto, was auf der Homepage also noch scharf ist, das wird im Druck unscharf.
Diese gescannte Visitenkarte wurde bereits vorher einmal in Form von Bildpunkten gedruckt, nur sind dass im Druck keine Pixel sondern ein Raster aus schwarzen, gelben, cyan- und magenta-farbenen Farbtropfen (4C-Farbdruck, CMYK Farbformat) entsteht. Man benötigt zwar 300dpi für das Zielmedium Druck, aber die Rasterung führt gerade bei sehr schwachen Farben (also zum Beispiel hellblau oder hellgrau) dazu, dass sehr wenig Farbpunkte gedruckt werden. Beispiel: Ein helles Grau hat wenig Punkte im Druck, während ein tiefes schwarz so viele Punkte hat, dass sich die Punkte überschneiden.

Wenn ich als Designer jetzt diese gedruckte Fläche mit 300dpi noch einmal auf Grundlage einer bereits produzierten Visitenkarte oder auch eines anderen Druckmediums wie beispielsweise einer Broschüre scanne, dann passiert bei schwach-farbenen Flächen etwas sehr schreckliches: Sie sehen plötzlich alle paar Bildpunkte auf dem Bildschirm einen kleinen vormaligen einzelen Druckpunkt, und das war's. Die Fläche ist also nachher nicht mehr hellgrau oder hellblau sondern hat nur kleine Punkte.

Wenn ich diesen Scann jetzt aber wiederum zu drucken versuche, dann rutscht dieser eine kleine, winzige gescannte Bildpunkt zwischen das erneute Druckraster -- und schwupps, weg ist er. Anschaulich formuliert: Wenn man erst eine hellgraue Fläche druckt, diese dann wieder scannt, und dann den Scan wieder druckt, so kann aus hell-grau plötzlich im Idealfall grau, im zweiten noch erträglichen Fall "weiß" werden, denn alles ist weg.

Aber leider gibt es auch den Idealfall nicht: Es kann nämlich sein, dass einige der Rasterpunkte im Scan gedruckt werden, weil diese im Druckraster erscheinen, und andere sind zwischen dem Raster und erscheinen nicht. Was jetzt passiert: Dort, wo vorher eine hellgraue blasse Fläche war, ist plötzlich ein Streifenmuster welches wiederum Moiré-Effekte erzeugen kann. Der Auftraggeber wird später also mit Sicherheit seinen Designer oder den Verlag anschreien, was denn der Mist soll, oder will dann den Anzeigenpreis zurückerstattet bekommen, aber die Ursache war einfach nur das Verfahren bzw. Dateiformat.

Wenn wir als Designer oder als Agentur unerbittlich fordern, dass jeder bitte korrekte Dateien und geeignete Dateiformate senden möge, dann machen wir uns zuweilen ziemlich unbeliebt, wieso wie denn so pingelig sind. Andere Druckereien würden ja schließlich solche Scans auch einfach machen.

Wenn wir aber genauso nachlässig arbeiten "wie die anderen", und dann zufälligerweise genau dieser Fall entsteht, dass Teile der Druckpunkte zwischen das Raster fallen, und diese Streifen im Druck erscheinen oder ganze Flächen plötzlich unsichtbar sind, dann sagt jeder: Mensch, STUELKENCOM behauptet, es besser zu können, aber sehet her: Das hier ist im Druck totaler Mist! Das ist uns bei den anderen (billigeren?) Anbietern nicht passiert.

Fazit: Es ist also ein Glückspiel wenn man ohne korrekte Dateiformate arbeitet.