Künstlersozialkasse KSK, Künstlersozialabgabe: Wer muss zahlen? Für was muss man zahlen? Wie kommt man da herum? Wer hat den Nutzen? Was kostet das überhaupt? Typische Irrtümmer und Fehlinformationen.

Von Timm Stülken, SNEWMEDIA, März 2012

WICHTIG/DISCLAIMER: Alle Informationen, die SNEWMEDIA an dieser Stelle über dieses Thema nach eigenem Verständnis aus verschiedenen Quellen zusammengestellt hat, sind unverbindlich. SNEWMEDIA bieten keinerlei Rechtsberatung an.

Update Dezember 2013

Der KSK Beitrag in diesem Artikel aus 2012 ist mit 3,9% angegeben. Der Wert für 2013 beläuft sich aber auf 4,1% und der Wert für 2013 auf 5,2%.

Eine redaktionelle Überarbeitung dieser Seite ist für 2014 für eine bessere Trennung zwischen Informationen, Tipps und Kommentaren in Bearbeitung.

 

Die KSK Abgabe

Grundsatz: Man kann davon ausgehen, dass jeder Unternehmer, jeder Verein und jeder Freiberufler, welcher in Deutschland wirbt oder sich, sein Unternehmen oder ein Produkt im Wettbewerb nach außen darstellt, fast zwingend irgendeine Leistung über die Jahre beauftragt haben wird, die eine Künstlersozialabgabe nach sich zieht. Es ist nur eine Frage, wie lange es dauert, bis die Anfrage zum Nachweis der Zahlungen kommt.

Seit 1983 muss mit Einführung der Künstersozialkasse eigentlich jedes Unternehmen eine Künstersozialabgabe auf bestimmte Rechnungspositionen von "Künstlern" leisten. Der Begriff der "künstlerischen Leistung" ist aber so weit gefasst, dass heutzutage selbst die Webprogrammierung oder auch die Online-Redaktion von Homepages ebenso als abgabepflichtige Leistung interpretiert wird wie das Einstellen von Inhalten auf eine Vereinshomepage durch einen nebenberuflich tätigen Kaninchenzüchter. In dem Augenblick, in dem eine Rechnung bezahlt wurde, in dem Augenblick ist auch eine Leistung beschrieben, welche in Hinblick auf eine mögliche Künstlersozialabgabe anhand von Kriterien geprüft werden kann. Einige Leistungen so weit von "künstlerisch" entfernt, dass es für den Laien irrsinnig erscheinen mag, dass hier ein Abgabekriterium greift, aber wer will ernsthaft derartige Regelungen diskutieren? Und vor allem mit wem?

Fakt ist: Die Zahlungen von Künstersozialabgaben wurden über Jahrzehnte von den meisten Unternehmen jenseits klassisch künstlerischer Bereiche ignoriert, denn die KSK mit Sitz in Wilhelmshaven war personell so mager ausgestattet, dass eine Anfrage eher einem Blitzeinschlag als einer ernstzunehmenden, fair verteilten Abgabe glich. Seit etwa 2007 prüft aber nun nicht mehr die KSK selbst sondern die mit mehreren Hundert Mitarbeitern ausgestatteten Rentenversichungsträger, ob die Künstlersozialabgaben von Unternehmen rechtzeitig und vollständig entrichtet wurden. Diese Blitzeinschläge kommen also quasi zunehmend näher. Grund genug für Unternehmer und Vorstände von Vereinen, sich dem Thema einmal anzunehmen.

Grundsätzlich: Jeder Unternehmer, welcher Leistungen beauftragt, welche im Zusammenhang mit dessen Außendarstellung steht, wird in kleinem oder größeren Umfang fast zwangsläufig jemanden beauftragen müssen, der diese Außendarstellung durch Texte, Redaktion, Programmierung, Bildbearbeitung, Bildrecherchen und viele andere Leistungen auch mehr ansatzweise erweitern und tendentiell eher verbessern als verschlechtern soll. Und alle diese Leistungen werden von der KSK als abgabepflichtig interpretiert, unabängig davon, was für eine Berufsbezeichnung auf der Visitenkarte des Dienstleisters steht. Das bedeutet an diesem Punkt in der Argumentation, dass man grundsätzlich davon ausgehen muss, dass JEDER Unternehmer irgendwelche Leistungen über die Jahre beauftragt haben MUSS, welche eine Künstlersozialabgabe nach sich ziehen.

Wollen Sie wirklich klar und plausibel darlegen, dass Sie das Layout Ihrer Visitenkarten, die Reinzeichnung Ihres Logotypes, die Designtemplate für das Redaktionssystem, die Animationen oder auch die Druckvorstufe für eine Firmenbroschüre oder auch die Redaktion von Broschüren oder Webseiten ernsthaft selbst bearbeitet haben? Wollen Sie ernsthaft im Grenzfall die Diskussion führen, ob Ihr als Umgehungsversuch beauftragter IT-Dienstleister nun wirklich nur programmiert oder ob er nicht doch die Design-Template nach Ihrem Wunsch programmiert hat, was einer Oberfläche der Webseite wiederum tendentiell der Verschönerung Ihrer Außendarstellung dient und damit gem. KSK eine abgabepflichtige Leistung darstellt?

SNEWMEDIA hat basierend auf Informationen der KSK einige der typischen Fragestellungen, Zahlen, Tricks, Irrtümer und Fehlinformationen zusammengestellt, weil die Unkenntnis vieler kleiner Unternehmen potentielle Auftraggeber in die Hände der Anbieter treibt, von denen der Auftraggeber glaubt, dass er hier von der Künstlersozialabgabe befreit wäre. Dem ist aber nicht so.

SNEWMEDIA empfiehlt: Suchen Sie sich einen Anbieter, welcher Ihnen klare, korrekte, plausible und prüfungsfähige Rechnungen mit einer transparenten Differenzierung von Leistungsphasen ausstellt. Werden Sie sich bewusst, dass die Künstlersozialabgabe bei vielen Aufträgen so gering ist, dass es betriebswirtschaftlich betrachtet viel teurer kommt, wenn Sie irgendwelche Tricks versuchen.
 

Was kostet eigentlich die KSK Abgabe?

Tipp 1: Bei einer guten Organisation und klaren Ausweisung von Leistungsphasen kommt Sie eine Zahlung einer KSK Abgabe weitaus günstiger als jeder Trick, um darum zukommen, denn im Zweifelsfall müssen Sie als Auftraggeber später den Nachweis führen.

Die Höhe der KSK Abgabe (Stand 2011) ermittelt sich basierend auf der Rechnungssumme der Leistungen, welche eine KSK Abgabe nach sich ziehen. Dieser Anteil der Rechnungssumme wird über alle entsprechenden Rechnungen über ein Kalenderjahr summiert, in einer Liste zusammengestellt und mit einem Faktor von 0,039 bzw. 3,9% multipliziert.

BEISPIEL 1: Wenn also jemand 60 Minuten einer Stunde für Sie eine KSK abgabepflichtige Leistung erbracht hat, dann entsprechend diese 3,9%, die Sie zusätzlich an die KSK abführen müssen, 2 Minuten und 20 Sekunden je Stunde. Niemand in keiner Branche kann so genau die Arbeitszeit nach Aufwand messen, und wenn vorab noch ein Angebot oder eine Kostenschätzung erbracht werden sollte, dann muss der Dienstleister schon eine Glaskugel besitzen, um überhaupt auf 15% Genauigkeit den Aufwand schätzen zu können. Wer glaubt, dass ein Fixpreis im Angebot das Problem löst, irrt ebenso, denn dort ist die Ungenauigkeit schon abgedeckt.

SNEWMEDIA empfiehlt: Machen Sie sich als kleiner Unternehmer nicht wegen 3,9% verrückt. Diese Zahlungen sind ärgerlich, und auch wir empfinden diese als irrsinnig, aber die 3,9% Differenz selbst ist kein Problem sondern nur der organisatorische Aufwand. Eine transparente Rechnungsstellung ermöglicht es Ihnen, bei einer Anfrage unproblematisch den Nachweis zu führen, welche Leistungen Sie beauftragt haben, und dass Sie die Abgabe geleistet haben.

Tipp 2: Die gemittelte Zahlung von KSK Abgaben dürfte sich bei vielen kleinen Unternehmen, Freiberuflern und Initiativen bei auf unter 50,- Euro/Jahr belaufen.

BEISPIEL: Als eines Unternehmen oder Verein beauftragen alle 3 Jahre irgendwelche Leistungen in der Dimension von 5.000,- Euro im Paket, welche der Außendarstellung Ihres Unternehmens oder Vereins dienen. Logodesign, Corporate Design, Webdesign, Broschüren, Visitenkarten, Webseite, Messe-Banner, Firmenschild, Online-Redaktion, Anzeigengestaltung. Irgendetwas ist immer zu tun. 

Bei einer korrekten, transparenten Ausweisung von Leistungsphasen zwischen den Gewerken und Teilleistungsphasen und Abzug von Nebenkosten wie Druckkosten, Servermiete oder Netzwerk- und Systemadministration ziehen wir überschläglich einmal direkt 33% dieser Investition ab und bezeichnen großzügig den Rest als "Medienleistungen", unabhängig davon, ob Sie nun einen Designer oder Programmierer oder arbeitslosen Schlachter beauftragen, der Homepages pflegen kann. 

5.000x(1-0,33)/3=1.111 Euro/Jahr an Rechnungen, welche eine KSK Abgabe nach sich ziehen könnten. Die tatsächliche KSK Abgabe eines derartigen kleinen Unternehmens wie beispielsweise einem Freiberufler oder auch Nebenberuflers oder Vereins beläuft sich als selbst bei 5.000,- Euro in 3 Jahren am Ende nur noch grob auf 1.111x0,039=43,33 Euro/Jahr.

Die Diskussion darüber, ob nun die Webprogrammierung einer Webseite nun eine KSK abgabepflichtige Leistung war oder nicht führt in der Summe in diesem Beispiel nur noch um eine Differenz von vermutlich weniger als 15,- Euro/Jahr. Wenn Sie also nun versuchen, das Design lieber selbst zu entwerfen oder sich über Design gedanken zu machen, oder auch nur versuchen, Rechnungen so zu kaschieren, um an der KSK Abgabe insbesondere an der Schnittstelle zu technischen Leistungen sich vorbeizudrücken, dann sparen Sie über 12 Monate pro Jahr gerade mal 15 Euro. Das sind bei 365 Tagen, welche Sie eine Webseite nutzen, nur 4 Cent/Tag!!

SNEWMEDIA empfiehlt: Jedes Unternehmen mit weniger als 50 Tsd. Euro pro Jahr an eigenem Umsatz und weniger als 15.000 Euro Investitionen in die eigene Außendarstellung in 3 Jahren wird durch jeden Trick zum Umgehen einer KSK Abgabe mehr Geld und Zeit verbraten als Sie eine Abgabe bei guter Organisation und klaren Rechnungspositionen zahlen müssten.

Unsinnige Tricks

Trick 1: Ich beauftrage eine GmbH statt einer GbR oder einem Freiberufler, denn Zahlungen an eine GmbH ziehen keine KSK Abgabe nach sich.

Das ist eine bekannte Milchmädchenrechnung, denn die GmbH selbst muss nun die 3,9% (Stand 2011) KSK Abgabe zahlen, dh. die Abgabe ist im Preis oder Stundensatz schon enthalten. Schlimmer noch für Sie: Eine GmbH ist betrieblich, steuerlich und in Sachen Buchhaltung viel aufwendiger und damit kostenintensiver zu betreiben als das Büro eines Freiberuflers oder einer GbR. Freiberufler haben dahingehend viel geringere Fixkosten und weitaus mehr Arbeitszeit für Ihre Leisungen als die Betreiber einer GmbH. Ein Freiberufler ist stets günstiger als eine GmbH. Und wenn der Angebotspreis einer GmbH dennoch günstiger ist als der eines Freiberuflers oder einer GbR, dann sollten Sie mal eine Sekunde darüber nachdenken, an welchem Punkt dieses Unternehmen gespart hat: In der Konzeption? Bei der Kompentenz der eigenen Mitarbeiter? Oder durch Querfinanzierung durch Leistungen, von denen Sie noch nichts wissen?

Trick 2: Ich mache als Freiberufler im Zweifelsfall von der Online-Redaktion über Logodesign und Ausgestaltung von Inhalten alles selbst und miete nur noch ein Redaktionssystem.

Ein beliebter Trick von Start-Ups, aber mal ehrlich: Die Rechnung ist absolut irrsinnig. Nehmen wir einmal an, dass Sie 5% von Ihrem Jahresumsatz in Agenturleistungen investieren, also bei 50 Tsd. Euro Umsatz je Mitarbeiter 2.500,- Euro pro Jahr in Leistungen von SNEWMEDIA. Und selbst dann, wenn fiktiv alle diese Leistungen pauschal als KSK abgabepflichtig mit 3,9% abzuführen würden, dann läge diese Abgabe dennoch in diesem Beispiel nur bei 97,50 Euro/Jahr je Mitarbeiter. Bezogen auf Ihren Umsatz und die Werbefraktile beläuft sich die KSK Abgabe damit auf 0,039x0,05 auf 0,00195 bzw. auf 0,195% Ihres Umsatzes.

Bei 200 Arbeitstagen pro Jahr muss also ein 50Tsd.-Umsatz-Mitarbeiter pro Tag gemittelt 250 Euro einspielen. Und Sie diskutieren beim Versuch, die KSK Abgabe zu umgehen, jetzt über einen Betrag von selbst im ungünstigsten Fall von 250x0,00195=0,48 entsprechend 48 Cent pro Tag?

Siehe hierzu auch Trick 3: Die Agentur soll zahlen!

Trick 3: Die Agentur soll doch gefälligst die 3,9% von Ihrer Rechnung abziehen!

Das ist genau das Verfahren, welches NICHT im Sinne des Erfinders der Künstlersozialkasse war, denn eigentlich sollten kleine künstlerisch tätige Unternehmer, Freiberufler und Nebenberufler schützen. 

ABER: Wenn Sie als kleines Unternehmen, Verein, Initiative oder Freiberufler als Auftraggeber Ihrer Agentur oder Ihrem auch nur im entferntesten Sinne Kreativen einen Umsatz von beispielsweise 2.500 oder auch 10.000 Euro in die Kassen spülen, dann liegt die Höhe der KSK Abgabe von 3,9% unter der Genauigkeit der Zeiterfassung und weitunter der Genauigkeit von Kostenschätzungen und Angeboten.

SNEWMEDIA empfiehlt hierzu Designern oder Webprogrammierern an der Schnittstelle zu KSK abgabepflichtigen Leistungen: Zieht denen, die mit Euch über KSK Abgaben diskutieren, und den Auftraggebern, die meinen, sich die KSK Abgabe nicht leisten zu können, kurzerhand diese KSK Abgabe als Fraktile am Stundensatz ab. Ihr könnt Eure Arbeitszeit ohnehin nicht so genau ermitteln.

Beispiel: 65,- Euro/Std. - 2,53 Euro = 62,47 Euro/Std.
Beispiel: 76,- Euro/Std. - 2,96 Euro = 73,04 Euro/Std.

Für Auftraggeber: Wenn Sie 100 Stunden pro Jahr für 65,- Euro/Std. beauftragt haben, so beläuft sich die KSK Abgabe bei 6.500 Euro Vergütung auf 253,50 Euro an die KSK. 100 Stunden pro Jahr entsprechend 8 Stunden und 20 Minuten pro Monat. Die KSK Abgabe von 3,9% (2011) entspricht hiervon 20 Minuten pro Monat. Jetzt mal ehrlich: Und Sie glauben jetzt ernsthaft, dass Sie eine Rechnung für 8 Stunden und 20 Minuten pro Monat auf eine Genauigkeit von 20 Minuten pro Monat prüfen können? Schon die Rundungsdifferenz vieler Agenturen oder Dienstleister in den Medien würde bei Rundung auf 9 Stunden in diesem Beispiel die doppelte Höhe der KSK Abgabe betragen.

Webdesign / Webprogrammierung

Trick 1: Ich lasse die Webseite von einem Webprogrammierer entwickeln. Da der kein Designer ist, muss ich auch keine KSK Abgabe zahlen!

FALSCH. Es ist ohne jede Bedeutung, ob Sie einen Webdesigner oder Webprogrammierer, Beamten in Nebenberuf, die Freundin Ihrer Ehefrau oder einen Schlachter als freizeitlichen Hobby-Kreativen für die Erstellung Ihrer Webseite beauftragt. In dem Augenblick, in dem die Beauftragung der im weitesten Sinne der Verschönerung oder Optimierung oder Verbesserung der Außendarstellung Ihres Unternehmens handelt, ist auf die an den Dienstleister gezahlte Vergütung eine KSK Abgabe fällig.

Nur rein technische IT-Dienstleistungen wie Netzwerk- und Systemadministration, Serveradministration, Datensicherungen, Einrichten von Email-Adressen, Beantragen von Domains oder auch das Updaten von Redaktionssystemen sind von einer KSK Abgabe nicht betroffen.

Trick 2: Ich als Auftraggeber habe dem Webprogrammierer doch die Gestaltung über meine Wünsche vorgeben. Der Webprogrammierer hat doch nur programmiert!

ZUMEIST FALSCH. Eine klare Trennung zwischen Design und Programmierung können Sie nur dann vornehmen, wenn der Dienstleister wie beispielsweise STUELKEN Design & New Media in Angeboten und Rechnungen klar zwischen gestalterischen und technischen Leistungen differenziert.

Eine zweite Variante der wirklich klaren Trennung sieht so aus, dass Sie tatsächlich 1 Designer haben, welcher einen Entwurf als vermaßte Grafik liefert, während der Webprogrammierer tatsächlich nur die technische Umsetzung zu 100% pixelgenau übernimmt. Diese Verfahren der Trennung und auch die Schnittstelle dieser genauen Zeichnungen und Maßnahmen sind so aufwendig, dass Sie hier viel mehr zu vergüten haben als Sie im Zweifelsfall an die KSK zahlen müssten.

Als Auftraggeber haben Sie sich in vielen Fällen bewusst für diesen Programmierer entschieden, weil Sie damit die Hoffnung verbinden, dass diese Webseite von diesem Webprogrammierer nur etwas oder auch viel besser ist als wenn es jemand anders programmiert. Selbstverständlich werden auch Sie als Auftraggeber vorab oder parallel Wünsche äußern, was Sie haben möchten, doch Sie werden selbst mit detaillierten Angaben in der Summe nur selten mehr als 50% der Details vorgeben. Von einem 100%-tigen Webdesignentwurf sind selbst viele Designer in der Praxis noch weit entfernt. 

Es muss doch paradox anmuten, wenn viele Auftraggeber zuerst dem Webentwickler ins Stammbuch schreiben, dass Sie erwarten, dass dieser Ihnen ein gutes Webdesign für eine seriöse Außendarstellung entwirft oder zumindest durch technische Mittel zusammenstellt, und Sie dann bei einer Künstlersozialabgabe argumentieren, dass Sie an einer tendentiellen Optimierung Ihrer Außendarstellung gar kein Interesse gehabt hätten.

Trick 3: Aber der Webprogrammierer hat doch definitiv die Webseite nur programmiert. Er textet nicht. Er stellt nicht einmal Bilder ein. Wo soll denn bitte hier das Design sein?

Die Programmierleistungen für Webseiten bestehen im Falle der Nutzung von Open-Redaktionssystemen / CMS heutzutage darin, den clientseitigen Quellcode für die Mastertemplates im Sinne von Musterseiten für die späteren Einzelseiten zu programmieren, dh. tatsächlich serverseitige, von der Oberfläche und damit Gestaltung unabhängige Programmierung gibt es in den meisten kleinen Projekten gar nicht. Erst Datenbankdesign und Softwareentwicklung ist als rein technische Leistung zu interpretieren. Die erforderliche Funktionalität wird heutzutage fast stets vom CMS bereits gestellt. Der Webprogrammierer könnte allenfalls das CMS zum Fixpreis verkaufen, allerdings stellt sich dann die Frage, wieso ein Webprogrammierer für ein kostenfreies Open-Source-System einen Cent in Rechnung stellen darf.

Ein jeder Auftraggeber, der also KEINEN Designer zusätzlich beauftragt hat und auch nicht selbst Designer ist oder einen Entwurf nachweisen kann, hat deshalb dem Programmierer der Designtemplates einen Einfluss auf die Gestaltung der Webseite gegeben. Die damit verbundene Erwartungshaltung des Auftraggebers ist stets dass es bitte im Zweifelsfall etwas besser aussehen sollte, und wenn nur Gestaltungsfehler oder Umsetzungsfehler mit Auswirkungen auf die visuelle Kommunikation verhindert werden. Und an diesem Punkt entsteht wieder eine beauftragte Leistung, welche eine KSK Abgabe nach sich zieht.

Es gibt durchaus auch in der Webprogrammierung bei Nutzung von Redaktionssystemen einen Unterschied zwischen rein-technischen Leistungen für die spätere Oberfläche und dem Quellcode für deren Gestaltung. SNEWMEDIA empfiehlt für diese Trennung eine Trennung von Leistungsphasen in Redaktionssystem, Mastertemplates für die Funktionalität und zuletzt die Programmierung der Designtemplates für die Gestaltung. Wenn im Vorfeld der Programmierung ein Designentwurf (Webdesign) beauftragt und vergütet wurde, so sind alle genannten 3 technischen Leistungsphasen reine technische Leistungen. Wenn aber KEIN Webdesignentwurf der technischen Umsetzung vorlag, so erbringt der Webprogrammierer in der Leistungsphase Designtemplates möglicherweise doch eine der Außendarstellung des Auftraggebers dienende Leistung, und in diesem Fall würde die KSK die Programmierung wiederum als KSK Abgabe pflichtige Leistung interpretieren können.

Der Webprogrammierer ist damit zwar noch nicht als Designer zu bezeichnen, aber dennoch ist er in Gestaltungsfragen im Zuge der technischen Umsetzung ein Element der Qualitätssicherung sowohl in Planung als auch Umsetzung. Seine Leistung dient damit der Verbesserung Ihrer Außendarstelllung, und derartige Leistungen mit einer derartigen Intention wertet die KSK als abgabepflichtige Leistung.

Online-Redaktion / Webseiten

Trick 1: Mein Dienstleister hat doch nur die Inhalte auf die Webseite eingestellt. Warum soll ich hierfür jetzt keine KSK Abgabe nachweisen?

Die Online-Redaktion von Inhalten auf Webseiten wertet die KSK als eine Leistung, bei deren Beauftragung der Auftraggeber stets das Ziel verfolgt, dass die Inhalte der Außendarstellung dienen und der Erbringer dieser Leistungen im Zweifelsfall diese Außendarstellung auch lieber etwas besser, ordentlicher und schöner erbringen möge. Bereits der Wunsch nach einer ansatzweisen Verschönerung der Außendarstellung des Auftraggebers infiziert damit quasi diese Tätigkeit als "künsterlische Tätigkeit" und zieht eine KSK Abgabe auf die gezahlte Vergütung nach sich.

Den Fall, dass wirklich im Copy-Paste-Verfahren Inhalte aus einer beispielsweise Microsoft Word Datei kopiert und anschließend über das Redaktionssystem wieder eingefügt wird, gibt es eher selten. Das CMS dient letztendlich dazu, dass der Auftraggeber diese Leistung selbst erbringen kann. Die Beauftragung eines Texters oder Redakteurs dient hierbei schnell dem Zusatznutzen, dass dieser Layout- und Satz oder zumindest Umbrüche korrigiert oder auch fehlende Überschriften ergänzt oder Textbereiche durch korrekte Formate oder Gestaltungselemente CI/CD konform ausgestaltet. Auch das dient der Verbesserung der Außendarstellung des Auftraggebers.

Von einer rein technischen Dienstleistung kann man bei Online-Redaktion dann sprechen, wenn Inhalte tatsächlich quasi blind und ohne diese zu lesen im Copy-Paste-Verfahren von A nach B kopiert werden. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Migration der Inhalte von einer vormaligen Webseite auf eine neue Webseite oder die Übertragung von Inhalten aus einer bestehenden Broschüre auf eine Webseite und umgekehrt. Um diese Leistung aber letztendlich von einer später zwingenden Endredaktion differenzieren zu können, empfiehlt SNEWMEDIA, dass Sie dahingehend dann auch die Leistungsphasen entsprechend bezeichnen und getrennt ausweisen.

Wollen Sie im Zweifelsfall ernsthaft darüber diskutieren, ob eine Rechnungsposition bei der Pflege einer Webseite durch irgendeine Person -- ob nun Designer oder quereinsteigender Steinmetz mit 2-Finger-Adler-Suchsystem -- die Inhalte Ihrer Webseite nun im Copy-Paste-Verfahren eingestellt oder nicht doch noch ein Foto beim Beschneiden der Ränder so bearbeitet hat, dass es besser aussieht?

Warum eine KSK Abgabe kleinen Designbüros und Agenturen nützen aber mitunter auch schaden kann.

Der mögliche Nutzen des Designers bei einer Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse ist der Zuschuss zur KV.

Gehen wir einmal aus, dass die KSK einen Designer tatsächlich als mitgliedspflichtig betrachtet, dieser also in die KSK eintreten muss, so ist er von diesem Zeitpunkt rentenversicherungspflicht, was er vorher nicht war. Im Gegenzug spart der Designer 50% der Krankenversicherung. Bei einem Krankenkassen-Betrag von monatlich beispielsweise 400,- Euro/Monat beläuft sich die Einsparung auf 200,- Euro/Monat abzgl. grob 100,- Euro Rentenversicherung. Der Designer spart also durch die KSK Pflichtmitgliedschaft über den Daumen gepeilt eine Größenordnung von 1.200 bis 1.500,- Euro. Hat er mehr Umsatz, spart er vielleicht auch 2.000,- Euro.

Es ist also durchaus so, dass es Designer gibt, welche durch die KSK Mitgliedschaft einen finanziellen Vorteil haben. Und dieses betrifft insbesondere die Designer mit geringem finanziellen Umsatz, denn die Krankenkassenbeiträge haben eine Mindesthöhe, so dass insbesondere schlecht vergütete Designer einen überproportional hohen Krankenversicherungsbeitrag unter der Bemessungsgrenze zahlen müssen. Eine Einsparung in einer Dimension zwischen 1 und 2 Tsd. Euro pro Jahr ist also für diese Gruppe bedeutsam.

Bei 15 bis 35 Tsd. Euro Umsatz eines im Sinne der Förderung schützenswerten kleinen Designers beliefe sich die KSK Abgabe von 3,9% (2011) von Seiten des Auftraggebers an die KSK auf 585 bis 1.365,- Euro. Bei einem Agenturumsatz je Designer/Mitarbeiter von 65 Tsd. Euro/Jahr läge die Abgabe bei 2.535,- Euro. Doch auch Leistungen des nebenberuflichen Schlachters oder Beamten, der pro Jahr nur 3 Webseien für je 250,- Euro als Freizeitgestaltung mit einem Umsatz von zuweilen nur 1.000,- Euro KSK abgabepflichtiger Leistungen erbringt, führt hier zu einer Abgabe von 39 Euro pro Jahr.

Die KSK Abgabe kostet auch den Designer selbst viel Zeit in Beratung, bei Rechnungsstellung oder Diskussionen, auch wenn das so gar nicht vorgesehen war.

Fasst man diese Zahlen zusammen, erkennt man schnell: Es handelt sich hier um eine überdimensionierte Umverteilungsaktion. Rechnet man für jede Bearbeitung einer KSK Abgabe auf Seiten des Auftraggebers nur 2 Stunden pro Jahr und setzt die Arbeitszeit eines jeden Bundesbürgers mit nur 25,- Euro/Std. an, so führt jede KSK Abgabe volkswirtschaftlich mindestens zu 50,- Euro an vergeudeter Arbeitszeit für diesen Formalismus.

Die Arbeitszeit, die kleine Designbüros im Marktsegment der kleinen mittelständischen Unternehmen allein pro Jahr für die Diskussion des Themas oder die Beratung von Kunden in dieser Fragestellung oder auch die "Verschönerung von Rechnungen in Grenzbereichen" investieren müssen, beläuft sich auf mehrere Stunden pro Jahr. Geht man nur noch 4 Beratungsstunden zu einem Hungersatz von 25,- Euro/Std. aus, kostet selbst den kleinsten Schmalspurdesigner, der ja eigentlich geschützt werden soll, diese unsinnige, leidliche Diskussion grob 100,- Euro volkswirtschaftlicher und tatsächlicher Arbeitszeit. Im Nebensatz sei erwähnt, dass diese Zeit auch bei den Kreativen verbraten wird, die gar kein Mitglied der KSK sind oder ggf. auch gar nicht sein darf, und die auch zudem dann gar keinen Nutzen aus der KSK ziehen.

Designer zwischen Pflichtmitgliedschaft und Ablehnung der Mitgliedschaft: Wenn die nicht künstlerischen Leistungen einen gewissen Betrag pro Monat überschreiten.

Insbesondere an der Schnittstelle zwischen Webdesign, Webprogrammierung und IT-Dienstleistungen oder auch gewerbliche Leistungen kann die Vergütung für rein technische Dienstleistungen schnell die Grenze von ca. 600,- Euro Umsatz/Monat für nicht künstlerische Leistungen überschreiten. Das führt dazu, dass viele Designer faktisch gar nicht Mitglied in der KSK sein dürfen, deren Auftraggeber aber dennoch eine KSK Abgabe leisten müssten, denn es kommt nicht auf den Namen der Dienstleistung oder die Qualifikation des Dienstleisters an sondern ausschließlich auf die ansatzweise verfolgte Zielsetzung des mit einer Rechnung bezahlten Auftrags: Die KSK drückt es zwar ggf. etwas anders aus, aber die Tendenz ist klar: Wenn der Job auch nur in Nuancen die Außendarstellung des Auftraggebers verbessern soll dann handelt es sich um einen Gestaltungsauftrag, und der erfordert eine KSK Abgabe des Auftraggebers. Punkt.

Die Steuerungswirkung einer KSK Abgabe im Wettbewerb zwischen Webagenturen und IT-Dienstleistern schadet dem Designer wie eine Praxisgebühr

Allein die Diskussion über eine zusätzliche Abgabe und damit Formulare, das Führen von Listen und Nachweisen auf Seiten des Auftraggebers führt zwingend dazu, dass sich ein Auftraggeber --- wenn er sich beispielsweise zwischen Webdesign und Webprogrammierung oder zwischen Webagentur und IT-Dienstleister entscheiden müsste --- sich im Zweifelsfall erst einmal für den IT-Dienstleister entscheiden könnte, denn der wirkt für den Laien ohne ein Gespür für den Wert von Entwurfsleistungen 3,9% günstiger. Dass diese Rechnung so nicht stimmt, ist ohne Bedeutung. Die KSK Abgabe bewirkt also defakto genau die Steuerungsfunktion, die man mit einer 10,- Euro Praxisgebühr in der Medizin gewünscht hatte (die dort allerdings gem. Meldungen in 2012 zu keiner Verringerung der Arztbesuche geführt hat).

Die positiven Aspekte der Künstlersozialabgabe für die Auftraggeber, die rechnen können.

Die Künstlersozialabgabe ist eigentlich eine gute Sache, verringert diese den Stundensatz des z. B. Designers doch effektiv um mitunter 3,- Euro/Stunde.

Die Künstlersozialabgabe ist eigentlich von der Idee her eine gute Sache, ermöglicht es mitunter denen, die für kreative Leistungen oftmals nur ungenügend oder zum Beginn deren Karriere bei geringem Bekanntheitsgrad nur wenig verdienen, z. B. die finanzielle Last von 50% der Ausgaben für Krankenversicherungen zu reduzieren.

Ein Beispiel: Der kreative Dienstleister verkauft pro Jahr 500 Mann-Stunden. Die Einsparung von beispielsweise den 1.500,- Euro/Jahr bei der Krankenversicherung bedeutet faktisch, dass der Auftraggeber mit 1.500/500 dem Designer effektiv 3,- Euro/Std. mehr an Vergütung je Stunde gewährt.

Oder andersherum: Ein Dienstleister, welcher NICHT Designer und NICHT Mitglied in der Künstlersozialkasse ist, verdient pro Stunde effektiv 3,- Euro/Std. weniger, erbringt also über das Jahr hinweg auf für 1.500,- Euro weniger Leistungen, weniger Service oder weniger Ideen und weniger Motivation.

Die Künstersozialabgabe fördert also von der Idee her rechnerisch DANN die hauptberuflichen Designer, Kreativen und Künstler, WENN jeder Auftrag diese Abgabe auch dann bezahlen muss, wenn die selbe Leistung ein NICHT-Mitglied der KSK erbringt. Der Auftraggeber muss also zwar immer noch die Abgabe leisten, aber er bekommt dennoch beim Designer als KSK-Mitglied 3,- Euro/Stunde mehr an Leistungen.

Die Praxis aber sieht so aus, dass der Auftraggeber diesen Sachverhalt gar nicht begreift, weil er noch nie darüber nachgedacht hat, und weil die meisten mittelständischen Auftraggeber diesen gedanklichen Sprung unabhängig von deren Qualifikation erfahrungsgemäß nicht machen führen werden oder gar nicht führen können.

Die Praxis zeigt eine ganz andere Tendenz: Die Unternehmer, Vereinsvorstände oder eben Auftraggeber zahlen diese Künstlersozialabgabe im Zweifelsfall bei allen anderen Berufsgruppen, bei denen auszugehen ist, dass diese NICHT Mitglied der KSK sind, GAR NICHT.

Aufträge an KSK Mitglieder

Bei einem KSK Mitglied zahlt nun der Auftraggeber 3,9% als Künstlersozialabgabe, allerdings bekommt der Designer als Dienstleister diesen Betrag ja als Einsparung wiederzurück, dh. im Gegenzug wird effektiv der Stundensatz des Designers um jene 3,9% wieder günstiger. Plus minus Null.

Prellt der Auftraggeber durch Nichtmeldung die Künstlersozialabgabe, hat er 3,9% gespart, geht dafür aber auch das Risiko einer Strafe ein.

Aufträge an NICHT-KSK-Mitglieder

Ein Auftrag an ein NICHT-KSK Mitglied, als z. B. einen kreativen IT-Dienstleister bekommt dieser KEINE Vorteile durch eine KSK-Mitgliedschaft. Der Auftraggeber zahlt also bei diesem einen effektiv 3,9% höheren Stundensatz oder bekommt 3,9% weniger Leistungen.

Um hierbei wiederum auf plus-minus-null zu kommen MUSS jetzt der Auftraggeber die Künstlersozialabgabe prellen, dh. er muss mit entsprechendem zeitlichen Aufwand einen Weg oder eine Argumentation finden, diese Zahlung NICHT leisten zu müssen. Aber: Jetzt hat der Auftraggeber das volle Risiko.

Zusammenfassend

Die Auftragserteilung an einen freiberuflichen Designer statt an einen IT-Dienstleister hat das selbe Preis-Leistungsverhältnis, wenn der Auftraggeber die Künstlersozialabgabe bei KSK abgabepflichtigen Leistungen des IT-Dienstleisters prellt. Zahlt der Auftraggeber stets die KSK Abgabe entsprechend Gesetzgebung, bekommt er beim Designer als KSK Mitglied 3,9% mehr Leistungen.

Die volkswirtschaftlichen Nachteile der Künstlersozialabgabe

Wer die Zahlen einmal überschlägt (siehe Artikel), stellt schnell fest: Hier wird in vielen Medienberufen eine überdimensionierte Umverteilungsmaschinerie aufgebaut. Die Nutznießer dieser Umverteilung sind nur die wenigen, welche zu einer Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse verpflichtet werden. Die Definition tendentiell "künstlerischer Leistungen" ist so weit gefasst, dass selbst Leistungen von Berufsgruppen eine künstlersozialabgabe nach sich ziehen, deren Dienstleister sich überhaupt nicht als Künstler verstehen.

Der gesamte Aufwand in Diskussion, Rechnungsstellung, Zusammenstellung von Listen gezahlter Künstlersozialabgaben, das Prüfen von Ansprüchen oder Prüfen von Zahlungen etc. ist in der Summe so aufwendig, dass man das Verfahren eigentlich nur als Subvention bezeichnen kann, deren Nutzen zu sicherlich 50 bis 100% nur durch dieses Drumherum aufgefressen wird.

Dieses Verfahren der Künstlersozialabgabe hat energetisch betrachtet so viel Reibung, dass wir dringend empfehlen, dass hier mal jemand das Rad erfindet. Die Idee ist gut, aber für die Zukunft erfordert es dringend eine ernstzunehmende Revision.

Die Nachteile der Künstlersozialabgabe für Designer und Künstler

Die Künstlersozialabgabe verzerrt in vielen Branchen den Wettbewerb in Grenzbereichen 

Als Designbüro an der Schnittstelle mitunter zwischen Webdesign und IT-Dienstleistungen empfinden wir diese künstlersozialabgabe als einen herben, den wettbewerb potentiell zu unseren Ungunsten verzerrenden Faktor, denn der Auftraggeber als Laie versteht nicht, dass die bei einem IT-Unternehmen oder Programmierer beauftragte Webseite im Zweifelsfall eine künstlersozialabgabe nach sich zieht, während hingegen die programmierte Mastertemplate für TYPO3 als Redaktionssystem (und damit nicht die Designtemplate) von STUELKEN Design keine Künstersozialabgabe nach sich zieht, weil die klare Trennung der Leistungsphasen zwischen Master- und Designtemplates trennscharf zwischen Mediendesign und Softwareentwicklung differenzieren könnte.

Wir können als Designer einem Auftraggeber zigfach argumentatorisch darlegen, dass er bei einer Mitgliedschaft von uns in der KSK ja effektiv genau durch unsere Einsparung bei Betriebskosten mehr Leistung für sein Geld bekommt, weil ja seine 3,9% (2011) Künstersozialabgabe uns zu Gute käme, wenn wir denn Mitglied in der KSK wären. Da aber der Auftraggeber in der Regel aller Fälle ohnehin die Künstlersozialabgabe prellen möchte, wenn er davon überhaupt als kleiner Unternehmer (Dönerbude?) etwas gehört haben sollte, versteht er dieses Prinzip erst, wenn wir es eine halbe Stunde erläutert und in Zahlen vorgerechnet haben.

Sollen wir jetzt als Designer bei beispielsweise 100 Neuanfragen von Neukunden pro Jahr gratis 50 Stunden Beratungsleistung erbringen, nur um so ein System wie die Künstlersozialabgabe schönzureden? Schon bei 50,- Euro/Std. hätten wir in der selben Zeit 2.500,- Euro an Umsatz generiert. Die Einsparung der meisten Designer durch eine KSK Mitgliedschaft wird vermutlich nicht einmal die Hälfe dieses Betrags erreichen.

Die Künstlersozialabgabe stützt auch diejenigen KSK Mitglieder, welche für zu geringe Stundensätze Ihre Projekte anbieten. Auch das verzerrt den Wettbewerb.

Der finanzielle Nutzen der KSK Pflichtmitgliedschaft für die meisten dieser "Kreativen" beläuft sich vermutlich (siehe Beispielrechnung im Inhalt) auf eine Einsparung von unter 1.500,- Euro/Jahr. Wir behaupten, dass jeder ernsthafte Unternehmer in der Designwirtschaft oder einem kreativen Beruf auf eine finanzielle Vergünstung in dieser Höhe, wenn er seinen Job ernsthaft betreibt, verzichten können müsste. Wir haben in Deutschland zig bestehende Verfahren, wie in finanzielle Not geratende Personen finanziell unterstützt werden können.

Was Freiberufler in der Kreativbranche benötigen sind keine Subventionen sondern Aufträge. Jede Diskussion über eine Künstersozialabgabe verunsichert insbesondere kleine Unternehmen und Vereine, junge und unerfahrene Auftraggeber. Genau diese aber sind die potentiellen Auftraggeber genau für die Designer, welche durch die Künstlersozialabgabe gestützt werden sollen.

Das Verfahren der Künstlersozialabgabe generiert also durchaus für die Pflichtmitglieder der KSK einen finanziellen Nutzen, vernichtet aber im Gegenzug einen Anteil von Auftragsanfragen in Grenzbereichen, wo der der Auftraggeber auch zu einem Anbieter gehen kann, bei dem ein künsterlischer Bezug nicht sofort zu erkennen ist. Dass der Auftraggeber unabhängig von der Berufsbezeichnung zwar dennoch für bestimmte Tätigkeiten oder Zielsetzungen die Künstlersozialabgabe zahlen müsste, weiß der Laie nicht oder spekuliert darauf, sich dummstellen zu können. Nicht zuletzt befindet man sich zuweilen tatsächlich in einer breiten Grauzone, insbesondere in Mischbereichen.


 


Man stelle sich einmal bildlich vor, dass jeder Deutsche alle Rechnungen von Lebensmittel-Discountern wie ALDI sammeln müsste, um auf die Gesamtsumme der pro Jahr gezahlten Beträge für Produkte aus dem Brotback-Automaten dann eine 5% Bäcker-Sozialabgabe ermitteln und dann fristgerecht die Meldung an die "Bäcker-Sozialkasse" richten müsste. Und es käme noch besser: Diese 5% Bäcker-Sozialabgabe müsste auch auf im Ausland bestellte "Backwaren" geleistet werden, um die deutschen Bäcker nicht schlechter zu stellen. Und ja, das würde dann auch auch für Nudeln, Spaghetti, Tortelini, Pizza gelten! Wirkt idiotisch? Würde sofort von der EU verhindert? Mit der KSK Abgabe funktioniert das Prinzip seit 1968, allerdings war die KSK bis ca. 2007 so unbekannt in den Medien, dass sich niemand daran gestört hat.

Kommentar, TS

In Kommentaren, die Sie mir anonym zusenden können, gewinne ich zuweilen den Eindruck, dass manche von mir glauben, dass ich diese KSK Regelung gutheiße. Ich, der Autor dieses Artikels, bin eigentlich studierter Ingenieur. Mit der Gründung eines Designbüros bzw. einer Medienagentur habe auch ich mich (leider) mit dem Thema KSK zwangsläufig befassen müssen. Warum? Weil plötzlich Auftraggeber mich aufforderten, das Wort "Design" in Rechnungen zu streichen oder selbst bei einem Corporate Design auf einmal darauf bestanden wurde, dass ich angeblich der Designer gar nicht gewesen sei. Wie die meisten Unternehmer in Deutschland hatte ich trotz Designleistungen vorher noch nie von der KSK gehört und musste mich auf einmal mit einer Abgabe beschäftigen, von der ich noch nicht einmal einen Nutzen habe. 

Diese KSK Abgabe ist nichts anderes als eine riesige Umverteilungs- oder Subventionsmaschinerie bei welcher ca. 1/20 der Design-"Kosten" mit einem riesigen Aufwand hin- und hergeschoben werden. Das Verständnis von Auftraggebern bei Unternehmen geht gegen null, und viele kleine Auftraggeber wissen oft gar nicht worum es überhaupt geht. Wer aber mal über die deutschen Landesgrenzen hinausschaut --- und an dieser Stelle jetzt von mir erfährt, dass die KSK Abgabe auch auf "künstlerische Leistungen" von Nicht-Deutschen an die KSK abzuführen ist --- der sollte wissen, dass schon unsere europäischen Nachbarn wie z. B. Österreich diese Abgabe klar als Subvention bezeichnen, sofern man das Kind nicht einmal klar beim Namen nennt: Die KSK Abgabe ist nichts anderes als eine weitere Steuer. Wer also einen Designauftrag an einen polnischen Kreativen oder auch einen Inder erteilt sollte an diesem Punkt wissen: Auch für diese Rechnungen ist die KSK Abgabe fällt, damit der deutsche Designer nicht plötzlich wegen der KSK Abgabe teurer wird. Die Praxis sieht allerdings so aus, dass mir niemand im kleinen Mittelstand bekannt ist, der in den letzten 15 Jahren jemals für eine an ausländische Mediendesigner beauftragte Leistungen einen Cent an die KSK abgeführt hat.

Wie dem auch sei: Es hilft aber nun wenig, sich über diese KSK Abgabe als Auftraggeber und/oder auch als Designer, Webprogrammierer oder Redakteur aufzuregen. Seit 1968 diese Abgabe eingeführt wurde, hat es diese bis heute gegeben. Dass inzwischen das Internet und damit das Webdesign oder die Online-Redaktion erfunden wurde, konnte man einst nicht wissen. Die Diskussion darüber, ob nun ein "Schausteller" oder "Sänger" MEHR KÜNSTLER sei als ein Webdesigner, der seine Ideen nun einmal programmieren muss, braucht man nicht führen. Das einzige, was wir alle tun können, ist das Formulieren von Leistungen und das Stellen von Rechnungen in einer Art und Weise, dass klar zu erkennen ist, welcher Leistungsbestandteil nun eine irgendwie geartete "die Außendarstellung verschönernde / verbessernde Tätigkeit" darstellt, und welche Leistungen eben auch nicht.

Ich bin selbst ein wenig überrascht, wieviele Zugriffe diese Seite inzwischen bekommt. Und ich bin als Deutscher noch mehr überrascht, dass diese KSK Abgabe noch immer nicht wegen einer möglichen EU-Klage gekippt wurde. Wenn etwas willkürlich bzw. ohne nennenswerte Trennschärfe auf bestimmte Tätigkeiten eine Abgabe von immerhin fast 1/20stel der Auftragssumme aufgeschlagen wird, um damit eine bestimmte Branche und/oder bestimmte "Unternehmer" zu fördern, dann ist das eine Subvention. Ein österreichischer Designer wird also im Wettbewerb auf deutschem Boden um 1/20stel der Auftragssumme schlechter gestellt. Und das gilt übrigens auch für die deutschen Designer/Entwickler, welche aufgrund weiterer Tätigkeiten oder Beruf nicht KSK Mitglied werden können.

Diese Erläuterung zeigt auf, dass die KSK Abgabe pro Jahr, wenn es um Aufträge an kleine Agenturen oder freie Designer, Webentwickler etc. geht, für die meisten Auftraggeber in einer finanziellen Größenordnung liegt, welche unterhalb der Kalkulations- und Verrechnungsgenauigkeit dieser Leistungen liegt. In anderen Worten: Man zahlt zwar rund 1/20 auf die "künsterischen Leistungen", aber 1/20sten entspricht bei 1 Arbeitsstunde gerade mal 3 Minuten. Wer als Designer oder IT-Spezialist Leistungen nach Aufwand auf die 15 Minuten rundet, der erzeugt allein durch Aufrunden von 11 Minuten auf eine 15-Minuten-Zeiteinheit schon "mehr Kosten" als die KSK Abgabe. Damit ist die KSK Abgabe zwar genauso nervig wie vorher, aber der zentrale Punkt ist ein anderer: Niemand kann so genau kalkulieren oder so genau die Zeit erfassen.

Kommentar von (anonym)

2013/12/04: Sie haben mir Ihren Ausführungen recht, so lange Sie den kleinen Popeldesigner mit 60.000 Euro Jahresumsatz und zehn Kunden betrachten. Da braucht man sich keine großen Gedanken machen. Der Trend geht jedoch nach meiner Beobachtung zu immer größeren Einheiten gerade im Designbereich. Und da machen halt dann 3,9 % von sagen wir mal 200.000 Euro schon was aus. Insofern sollten Sie den Gedanken mit der GmbH nicht einfach als Billigtrick beiseite wischen. Insbesondere, da sich das GmbH Modell noch stark optimieren lässt. Das fehlt bei Ihnen leider völlig.

Richtig bemerkt: Für größere Einheiten führt die KSK Abgabe tatsächlich zu großen Kosten. Zum Vergleich: 2005 (5,8%) ... 2011 (3,9%), 2012 (3,9%), 2013 (4,1%), 2014 (5,2%). 

 

KOMMENTAR: Ein Designer, welcher Mitglied in der Künstlersozialkasse KSK ist, ist trotz Künstlersozialabgabe eigentlich nicht teurer als ein IT-Dienstleister, denn der Designer hat im Falle einer anerkannten (dann Pflicht-) Mitgliedschaft geringere Fixkosten für seinen Arbeitsplatz als der Nicht-Designer. 

Die Künstlersozialabgabe von 3,9% ist vereinfacht formuliert immer dann einmal jährlich auf die Rechnungspositionen als Liste gesammelt zu melden, welche auch nur ansatzweise der Verbesserung der Außendarstellung von Unternehmen dienen. Diese Definition ist offenbar bewusst so weit gefasst, dass sowohl eine bei einem nicht-künstlerisch tätigen IT-Dienstleister beauftragte Website ebenso in diese Kategorie fällt wie auch 100,- Euro für die Pflege der Webseite eines Kaninchenzüchterverbands durch einen Beamten im Ruhestand. Auch dann, wenn die Leistung durch einen Dienstleister im Ausland wie z. B. Österreich, Polen oder USA erbracht wurde, so muss der Auftraggeber in Deutschland die Künstlersozialabgabe dennoch auf die entsprechenden Leistungen entrichten.

Ein Auftrag an den Designer in Zahlen:

Die Abgabe von 3,9% an die KSK führt im Falle der Beauftragung eines Designers als KSK-Mitglied indirekt zu einer Verringerung dessen Fixkosten wiederum um 3,9%. Vereinfacht: Der Designer hätte also ohne die Pflichtmitgliedschaft in der KSK einen 3,9% höheren Stundensatz. Oder anders: Sie kommen bei einem Designer als KSK Mitglied bereits heute 3,9% mehr Leistung oder mehr Ideen oder mehr Motivation.

Beispiel: Ein Designer zahlt einen Krankenkassenbeitrag von 400,- Euro/Monat. Als KSK Mitglied werden diesem 50% dieser KV Beiträge erspart, dh. seine Fixkosten pro Jahr sind folglich 200x12=2.400 Euro pro Jahr geringer als die eines Nicht-Designers als Mitbewerber. Bei 800 pro Jahr faktorierten Stunden (Statistik aus Österreich) ist der effektive Stundensatz eines Designers als KSK Pflichtmitglied 3,- Euro/Std. geringer.

Gönnt man dem Designer einen Stundensatz von 76,- Euro/Std. gem. AGD/SDSt (Deutschland), so hat dieser rechnerisch einen Umsatz von 76 x 800 = 60.800,- Euro. Die Einsparung von 2.400 Euro bei 60.800,- Euro Arbeitsplatzkosten belaufen sich auf 2.400/60.800,- Euro auf 4%. Oder anders: 3,9% von 76,- Euro/Std. belaufen sich auf 2,96=3,00Euro. Die Künstlersozialabgabe, die Sie leisten, hätten Sie eigentlich auch direkt dem Designer über einen um 3,- Euro/Std. höheren Stundensatz überweisen können. Aber der Gesetzgeber wollte es eben anders.

Hat der Designer nur 500 faktorierte Stunden und einen Stundensatz von nur 50,- Euro, führen die 25 Tsd. Euro Umsatz pro Jahr zu einem geringeren KV Beitrag und dementsprechend auch einer geringeren Einsparung. Überschlägt man aber den KV Betrag wegen Mindestbetrag der Krankenversicherung mit 300,- Euro und die Einsparung damit mit 50%x12x300=1.800,- Euro, ermittelt sich bei nur 500 faktorierten Stunden pro Jahr die Differenz im Stundensatz zwar wieder nur auf auf 1.800/500=3,60 Euro, aber prozentual macht dieses nun schon 3,60/50=7,2% vom Stundensatz aus. Oder über den Jahresumsatz: 1.800/25.000=7,2%.

Diese überschlägliche Berechnung zeigt, dass insbesondere die Designer mit geringen Umsätzen pro Jahr stärker von einer (dann wieder Pflicht-) Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse profitieren. 

Anmerkung: Ein Designer mit nur 25 Tsd. Euro Umsatz kann davon kaum überleben, denn bereits die weiteren Fixkosten für Hardware, Software und Nebenkosten sind selbst im Homeoffice so hoch, dass er genauso gut Taxi fahren könnte. Und genau hier besteht das Problem: Liegt der Umsatz des Designers zu niedrig, muss er zwingend sich den Lebensunterhalt durch andere Leistungen querfinanzieren. Und an diesem Punkt streuen zwangsläufig gewerbliche oder nicht gestalterische Leistungen mit ein. Überschreiten diese die Grenze von ca. 600,- Euro (2011), kann es passieren, dass er von den Vergünstungen der Künstlersozialkasse nicht mehr profitieren, ausgeschlossen wird, nur Teilleistungen erhält oder gar nicht erst eintreten darf.

Hinweis: Die tatsächlichen Stundensätze weichen erfahrungsgemäß von den Empfehlungen der Tarifpartner (Auftraggeber/Designer) ab. Designer werden oftmals geringer vergütet als IT-Berufe. Im Gegenzug ist die Qualifikation, Motivation und Erfahrung von Designern in Bezug auf Design, Kommunikation und Außendarstellung vergleichsweise höher als von IT-Dienstleistern. Der Versuch, die ohnehin nicht zutreffende Einsparung von 3,9% zu generieren, rechnet sich dahingehend in Medien- und Kommunikationsdesign ohnehin nicht.

Ein Auftrag an einen Nicht-Designer oder den Programmierer oder nebenberuflich tätigen Kreativen in Zahlen:

Der Versuch, eine Künstlersozialabgabe dadurch zu umgehen, dass Sie einen IT-Dienstleister beauftragen, weil dieser beispielsweise das Webdesigns nicht ausweist, führt dazu, dass Sie zwar die 3,9% der Künstlersozialabgabe prellen können, dieser Anbieter aber als Nicht-Mitglied in der KSK diese Vergünstigungen auch nicht bekommen hat. Ein Anbieter, welcher also schon aufgrund seiner Berufsgruppe gar nicht Mitglied in der Künstersozialkasse sein kann, hat also zwangsläufig über den Daumen gepeilt 3,9% höhere Fixkosten für seine Arbeitskraft, muss also entweder bereits diese 3,9% im Stundensatz berücksichtigt haben oder bietet eben 3,9% weniger Leistung, 3,9% weniger Service, 3,9% weniger investiert Zeit für Ideen. Oder schlimmer noch: 3,9% weniger Motivation um überhaupt der Verbesserung Ihrer Außendarstellung dienende Ideen zu erarbeiten.

Statt in obigem Beispiel mit 60.800,- Euro für einen Arbeitsplatz benötigt der IT-Dienstleister mindestens 60.800,- plus 2.400,- Euro der nicht gewährten Reduzierung der KV. Bei wiederum 800 faktorierten Stunden läge der Stundensatz hier bei 63.200/800=79,- Euro/Std. statt 76,- Euro/Std. nach AGD, also erst einmal 3,9% teurer. Darüber hinaus müssten Sie aber für bestimmte Leistungen dennoch die Künstlersozialabgabe vergüten, denn diese ist unabhängig von Berufsbezeichnungen oder tatsächlicher KSK Mitgliedschaft. Der Auftraggeber muss also für Webdesign oder Online-Redaktion dennoch die 3,9% zusätzlich vergüten und liegt damit in der Summe effektiv bei 82,- Euro/Std.

Mit den Zahlen aus obigem Beispiel mit 25.000 Euro Umsatz pro Jahr und 500 faktorierten Stunden zzgl. der nicht über eine KSK Pflichtmitgliedschaft gesparten 1.800,- Euro ermittelt sich der Stundensatz statt auf 25.000/500=50,- Euro/Std. nun auf 26.800/500=53,60Euro/Stunde. Derjenige, der also bereits auf Grund seiner Berufsgruppe kein Mitglied der Künstlersozialkasse sein kann, ist deshalb nur durch die höheren Fixkosten für seinen Arbeitsplatz 53,60/50,00=7,2% teurer als sein Designerkollege. Da Sie für bestimmte Leistungen aber dennoch die 3,9% Künstersozialkasse auch bei diesem abführen müssten, ist der IT-Freiberufler bei allen derartigen Leistungen weitere 3,9% teurer. Für die Gruppe der 25 Tsd. Euro Umsatz Anbieter gilt: Wenn der Designer also für 50,- Euro/Std. die Leistung anbieten kann, müsste der Auftraggeber für die IT-Dienstleister für die selbe Leistung effektiv 53,60x1,039=55,69 Euro/Stunde zahlen, also 55,69/50=11,1% mehr als für den Designer. Selbst wenn die 3,9% vom Auftraggeber geprellt werden, so bekommt er dennoch rechnerisch 7,2% weniger Leistung.

Hinweis: Die tatsächlichen Zahlen weichen von diesen Werten ab. IT-Dienstleister haben zumeist höherer Stundensätze als Dienstleister in kreativen Berufen. Darüber hinaus ist die Wertschöpfung an Designleistungen aus IT-Berufen geringer, weil diese den Arbeiten in Gestaltung und Kommunikation nicht die erforderliche Bedeutung beimessen oder nicht die zugehörige Qualifikation haben.

Zweifelhafter Tipp: Wirklich sparen können Sie dann, wenn Sie ZUERST einen Designer als Mitglied in der Künstlersozialkasse beauftragen, diesem dann als Erpressung die 3,9% von seinem Stundensatz abziehen, um dann abschließend dennoch die Künstlersozialabgabe prellen.

In Zahlen: Sie suchen sich ein kleines Designbüro oder einen jungen Designer, welcher für 35,- Euro/Std. zu arbeiten bereit ist. Nun kürzen Sie diesem die Vergütung um 3,9% auf 33,60Euro/Std., weil dieser ja vermutlich Mitglied in der KSK ist. Statt aber mit 3,9% Künstlersozialabgabe in der Summe 35x1.039=36,65Euro/Std. zu vergüten, haben Sie in der Summe mit 33,60/36,65=91,67% am Ende 8,3% an Vergütung gespart. Der Designer mit seinen jetzt 33,60x500=16.800,- Euro Umsatz pro Jahr zieht von diesen Einnahmen noch die Fixkosten von 12.000,- Euro für Büro, Hardware, Software, Haftplicht und Eigenwerbung ab. Das ergibt für den Designer einen Gewinn vor Steuern von satten 4.000,- Euro/Jahr, geteilt durch 12 Monate ergibt einen richtig fetten, motivierenden Betrag von 333,- Euro/Monat auf das eigene Konto zum Leben. Von diesen 333,- Euro/Monat kann nicht einmal der polnische Designer-Kollege in Polen überleben.