Reinzeichnung. Reinzeichnen. Etwas reinzeichnen.

Die Reinzeichnung bedeutet im Regelfall, dass man eine Zeichnung, die bislang nur als Skizze oder als Vorversion vorliegt, genauer zeichnet. Wie genau eine Reinzeichnung allerdings gefertigt wird oder auch gefertigt werden muss, das hängt von der geplanten Nutzung dieser Zeichnung ab. Die Anforderungen an eine Reinzeichnung haben also verschiedene Ursachen, von denen das Zielmedium wie z. B. eine Webseite als digitales Medium oder aber auch eine Broschüre als Druckwerk nur die bekanntesten Unterschiede sind.

Bitmap-Formate für Grafiken, Fotos, Icons

  •  Digitale Medien wie Webseiten ermöglichen im Falle von JPG, PNG und GIF Dateien als Bitmap-Format in komprimierter oder unkomprimierter Form die Speicherung und Ausgabe des Bildes oder einer Grafik in Form einer Matrix: Jeder Punkt der Matrix entspricht einem Pixel.
  • Die Auflösung als Anzahl der Bildpunkte, die pro Längeneinheit dargestellt werden kann, variiert von Endgerät zu Endgerät und damit von Bildschirm zu Bildschirm. Für Druckwerke, die man über den heimischen Drucker ausdruckt, sind 300dpi ausreichend. Dieses gilt auch für Druckwerke im Offset-Druck. Bildschirme bis ca. 2013 hingegen haben zumeist 72dpi bis 96dpi (Bildpunkte je Inch); ab 2013 kommen allerdings Retina-Displays auf dem Markt, welche eine höhere Pixeldichte haben.

Vektorgrafik-Formate für Logos, Icons und SVG Grafiken

  • Im Falle von Vektorgrafik-Formaten wie PDF, AI, EPS und SVG werden nicht Bildpunkte für Bilder in Pixeln gespeichert sondern die Umrand von Flächen in Form von Polygonen, dh. die Umrandung wird als einzelne Punkte definiert, die anschließlich mit geraden Linien oder aber auch Kurvensegmenten verbunden werden. Wird eine Linie am Ende geschlossen, in dem der letzte Punkt den Anfangspunkt verbindet, entstehen hierbei Flächen-Definitionen.
  • Aus zwei Punkten können also Linien werden.
  • Aus zwei Punkten mit Tangenten können Kurven werden.
  • Mehrere Linien und Kurven können zu Polygonen bzw. Outlines zusammengefasst werde.
  • Werden Polygone geschlossen, lassen sich Flächen definieren.
  • Flächen kann man wiederum Farben zuweisen.

Anstatt also für ein Quadrat mit 100x100 Pixeln alle 100x100 Bildpunkte speichern zu müssen, lassen sich nur 4 Punkte, dann ein Polygon mit 4 Punkten und als Grundlage für eine Flächendefinition mit anschließender Flächen-Farbe definieren. Die Datenmenge ist nicht nur kleiner: Man kann die Grafik auch verlust frei skalieren, dh. vergrößern oder verkleinern.

Bildaufbau von Vektorgrafik-Formate: Aussparungen und Gruppen.

Wer einen Ring zeichnen möchte, hat in der Vektorgrafik verschiedene Möglichkeiten. Er kann entweder einen Kreis über 4 Kurvensegmente zeichnen und diesem anschließend eine Linien-Stärke zuweisen. Er kann aber auch zuerst einen äußeren Kreis zeichnen und anschließend den inneren Kreis abziehen.

  • Vektorgrafikformate müssen also zwingend die Gruppierung, das Addieren und aber auch das Substrahieren von Flächen ermöglichen.
  • Vektorgrafikformate müssen aber ebenso Linienstärken ermöglichen.
  • Desweiteren ermöglichen Vektorgrafikformate das Anlegen von Grafik-Elementen wie Punkten, Linien, Kurven, Flächen in mehreren Ebenen, um beispielsweise eine gelbe Fläche über eine rote Fläche drucken zu können. Vergleiche hierzu auch Überdrucken.

Dieses führt dazu, dass die Art und Weise, wie eine Grafik wie z. B. ein Logo reingezeichnet ist, NICHT von Beginn an klar ist, denn der Zeichner kann den Bildaufbau der Grafiken bereits mit Blick auf die Datenstruktur anders konstruieren und anders verschachteln oder kombinieren. Diese alternativen Vorgehensweisen haben Folgen:

  • Kompliziertere Vektorgrafiken mit vielen Flächen, Aussparungen und Gruppierungen, die von einem Grafiker erstellt wurden, können von einem zweiten Grafiker zwar ggf. als Datei geöffnet werden, aber um diese verändern zu können muss der zweite Grafiker zuerst den Bildaufbau verstehen.