Logodesign: Wie Sie ein Billiglogo erkennen und wie es manche Designer oder Anbieter schaffen, ein Logo für 50,- Euro anzubieten. Und welche Folgen man einfach einkalkulieren muss.

  • Rubrik Logodesign
  • Autor Timm Stülken | STUELKENCOM

Ein Logo zu entwerfen, welches in erster Linien nur dem Auftraggeber gefallen muss, kann manchmal die leichteste Übung zu sein.

Logodesign ist eine kleine Wissenschaft für sich. Es gibt eine Vielzahl grundlegender Gestaltungsregeln und Gepflogenheiten bis hin zu physikalischen Grundgesetzen welche insbesondere für Logotypes gelten. Dass es zusätzlich noch eine Reihe rechtlicher Grenzen zu berücksichtigen ist sollte jedem bewusst sein. Aber: Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit im Logodesign sein sollte, führt im Wettbewerb dazu, dass diese rechtlichen, gestalterischen und auch strategischen Voraussetzungen im steten Kostendruck bei mancheinem unserer Mitbewerber geopfert werden. Warum? Weil das Erarbeiten des konzeptionellen Unterbaus, der Entwurf von Nutzungsbeispielen auch das tatsächliche Entwerfen und Zeichnen von Ideen naturgemäß mehr Zeit kostet als wenn man nur irgendetwas zusammenklickt. Zeit ist Geld.

Vorsicht bei ClipArt Logos

Die von Billiganbietern bekannte weitverbreitete, dennoch mitunter rechtlich riskante Strategie, Vorlagen und ClipArts mit Ihrem Namen zu kombinieren, sollte man grundsätzlich nicht einsetzen. Man muss einfach wissen, dass jedes "Logo" oder Symbol, welches in einer Logosammlung, einer ClipArt-Sammlung oder einem Logokatalog erscheint, naturgemäß wiederum von deren Mitbewerbern kopiert wird, vor allem dann, wenn es sich um gute Ideen handelt. Wenn man also ein gutes oder eingängiges Logo in einem Logokatalog für beispielsweise "Logo für 50,- Euro" findet, dann kann man davon ausgehen, dass dieses Logo nicht nur dieser Liste geführt wird sondern in ein paar Hundert weiteren Listen ebenso. Wo hier bei Ihr Risiko liegt? Ganz einfach: Schon in einer Stadt von 50.000 Einwohnern hat schon ein Arzt oder Rechtsanwalt zig Mitbewerber, denn die Quote von Freiberuflern ist hier sehr groß. Man darf sich also nicht wundern, wenn Logos sowie aber auch Designkonzepte plötzlich innerhalb eines Stadtgebiets mehrfach genutzt werden. Und so darf man sich auch nicht wundern, wenn beispielsweise zwei Gartenbauunternehmen in Wiesbaden und Rheingau, gerade einmal 15km voneinander entfernt, das selbe Logo haben, ohne sich überhaupt zu kennen. Oops ...

Wenn plötzlich Logos bekannter Marken für 50,- Euro verkauft werden

Logos aus Logo-Katalogen werden mit dem identischen Logo zigfach über die Jahre "verkauft". Um hierbei den Entwurfsaufwand zu reduzieren, entstehen viele der Logos im Katalog schon als Kopie bestehender Logos, so dass sich niemand wundern darf, wenn man in einem in Deutschland verkauften Fachbuch zu Logodesign plötzlich das Logo der EXPO Weltausstellung in Hannover plötzlich leicht verändert in Kombination mit einem EXPO-Unternehmen wiederfindet. Ebenso darf man sich nicht wundern, wenn man in einem Logo-Katalog einer amerikanischen Webseite plötzlich das Logo von ALDI-Nord findet. Welche Folgen die unwissentliche Nutzung eines als Marke angemeldeten Logos haben kann, sollte jedem bewusst sein. Und wie es so schön heißt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Nun kann man zwar durchaus darauf spekulieren, dass auch der Rechteinhaber mit dem Störer, dh. Ihnen möglicherweise Verständnis hat und nur, durch einen Anwalt zumeist, Sie dazu auffordert, das Logo nicht mehr zu nutzen. Selbst wenn Sie um einen Prozess drum herum kommen: Allein die Folgekosten für ein neues Logodesign sowie aber mitunter auch die erneute Beschrifung von Fahrzeugen, Neudruck von Briefpapier oder schon 1 einziges Firmenschild übersteigt ganz schnell 200 Euro. 

Logos basierend auf Fotos oder Grafiken sind problematisch

Im Falle von Fotos, ClipArts und Bild-CD/DVDs ist ein Verbot für den Laien oftmals nicht sofort ersichtlich, denn zumeist ist die "unbegrenzte übliche Nutzung" bei Stockimages erlaubt. Die Nutzung einer Grafik oder auch Illustration als "Logo" geht aber weit über die übliche Nutzung derartiger grafischer Werke hinaus. Ohnehin erfordert ein Logo auch eine schwarz-weiße sowie auch die Option einer Negativdarstellung. Bei Fotos und Grafiken ist das oft nicht gegegen. Wer Logos basierend auf Fotos oder "Grafiken" oder "ClipArts" baut, der spart sich zwar mal ein paar Euro, aber genauso gut könnte man auch einen Bilderrahmen an der Wand mit irgendeinem Klebeband aus dem Baumarkt befestigen. Hält auch, aber [...]