Logodesign: Wie entsteht eigentlich ein Logo?

Jeder Laie ab dem 3. Lebensjahr kann im Grunde genommen ein Logo sich entwerfen, denn was ein Logo auszeichnet ist zumeist ein hoher Abstraktionsgrad, nicht selten klare Linienführung, sehr gute Wiedererkennung, gute Differenzierbarkeit von bestehenden Symbolen. Eine erste Skizze ist in 5 Minuten schnell gezaubert; und der Auftraggeber benötigt dann 8 Wochen, um sich zu entscheiden, ob nun wirklich dieses Symbol fortan für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte jedes große und auch jedes kleine Element der Außendarstellung zieren soll. Das ist die Situation.

Wieviele Logodesigner braucht man eigentlich?

Die Frage, wen man mit dem Design eines Logos beauftragen kann oder auch wieviele Nebenentwürfe man fordert oder ob man nicht möglicherweise parallel mehrere Designer beauftragt, lässt sich nicht so leicht beantworten. Letztendlich hängt es stark mit Ihrer Erwartungshaltung und Ihrem finanziellen Geldbeutel ab, welchen Aufwand Sie treiben lassen wollen. Eigentlich benötigt man nur einen Designer.

Den Entwurf sorgfältig konzeptionell vorbereiten

Der richtige Ansatz für den Entwurf eines Logotypes erfordert gewisse konzeptionelle Voraussetzungen. Ohne an dieser Stelle ins Detail gehen zu wollen seien nur die Stichworte Corporate Identity, Positionierung, Markenattribute und visuelle Vermittlung von Botschaften erwähnt. Die Erarbeitung und nicht zuletzt auch die Diskussion und spätere Dokumentation dieser Voraussetzungen, Vorgaben, Annahmen und Wünsche erfordert zwangsläufig etwas Zeit; tendentiell so viel Zeit, dass man diese "Corporate Design Vorarbeiten" in eine eigene Leistungsphase ausgliedert: Die VPS / Vorprojektstudie.

Die Kriterien für den Wertungsmaßstab bestimmen

Die Entscheidung für oder gegen einen Logo-Entwurf sollte auf Grundlage eines Wertungsmaßstabs getroffen werden, welcher vorab gemeinsam abgestimmt wurde und jedem der Entscheidungsträger und jedem der Designer bekannt ist. Mehrheitsentscheidungen führen im Falle von Logos oftmals nicht zur Wahl des besten Logos; hat der Logodesigner eine angemessene Qualifikation und war das Entwurfsverfahren und die gewährte Zeit und Vorbereitung ebenso angemessen, so sollten Laien in Fragen der Gestaltung dem beauftragten Designer Vertrauen schenken. 

Wenn man Mehrheitsentscheidungen zulassen möchte, so muss dieses Verfahren vorbereitet werden. In dem Augenblick, in dem sich die Jury bereits vor einem Wahlgang hat abstimmen oder gegenseitig beeinflussen können, ist die Chance auf eine freie, unabhängige Entscheidung zumeist verspielt.

Logodesign: Skizzen/Scribbeln

Wenn die Grundvoraussetzungen für den Logodesign-Prozess erfüllt wurden, so beginnt der Designprozess zumeist mit dem Scribbeln von Ideen. Logodesign ist im Grunde genommen ein evolutionärer Prozess, denn zu jeder noch so guten Idee im Augenblick gibt es stets eine Optimierung oder eine ganz andere, aber irgendwie vielleicht wiederum bessere Idee. Dieser Prozess der Optimierung und des Suchens nach Alternativen endet eigentlich nie, denn selbst auf ein fertiges und über 10 Jahre genutztes Logo wartet irgendwann wieder ein potentielles Redesign.

Wir empfehlen, dass ein Auftraggeber diese Skizzen und auch die Frühphase des Logodesign nicht sehen sollte, denn dieser Prozess ist zu Beginn vergleichsweise sprunghaft, weil man für eine gute Idee auch einmal weit über das Ziel hinausschießen muss. Nicht selten wandern über 90% der Ideen wenige Tage später wieder in den Papierkorb. Personen, welche Entwurfsprozesse nicht kennen, reagieren möglicherweise verunsichert.

Die Typographie von Wortbildmarken

Schriften gibt es quasi bis zum Abwinken. Wer sich ernsthaft die Zeit nimmt und es ggf. auch mit Lizenzen nicht eher weniger genau nimmt wird sich vermutlich schnell Tausende von Schriften organisieren können. Was hierbei vergessen wird: 95% dieser Schriften sind für Logotypes völlig uneignet und/oder erfordert aus gestalterischen und/oder rechtlichen Gründen ohnehin ein Veränderung. Die Problematik beginnt schon damit, dass das Kerning nicht passt oder der deutsche Unternehmer seine Sonderzeichen vermisst.

Reinzeichnung

Logotypes werden nach Entwurf und Freigabe in einer zweiten Phase reingezeichnet, und dass auf den 1/100 Millimeter genau. Oftmals werden auch Varianten für verschiedene Medien, verschiedene Hintergrundvarianten oder inbesondere auch verschiedene Größen beauftragt, da insbesondere eine sehr kleine Darstellung von wenigen Pixeln besondere Maßnamen erfordert.