ZVKW. Zweckverband Kreativwirtschaft. Warum STUELKENCOM in der Kooperation mit Kollegen und Initiativen eine Organisationseinheit erarbeitet.

Jeder, der mit "Photoshop" arbeiten kann, kann sich morgen als Designer bezeichnen. Und jeder, der mit einem Homepage-Baukasten oder Wordpress sich eine "Website" zusammenklickt, kann sich morgen Webdesigner nennen. Die Praxis sieht so aus, dass überall "Design" ab 5 Euro zu finden ist, im Gegenzug aber die Stundensätze für Spezialisten in Design und Programmierung kontinuierlich steigen, weil der inflationale Gebrauch von Berufsbezeichnung für "Designer" oder "Webdesigner" eines verdeckt: Qualifizierte Macher, die auch über Jahre konsequent zum selben Preiskonzept arbeiten und auch noch das Telefon weiterhin für Sie abheben, sind ziemlich selten. Ideen oder gutes Design mit langer Nutzungszeit sind längst nicht nur eine Frage von "Geld": Man benötigt die richtigen Voraussetzungen. Doch wer kann die schaffen oder kennt diese überhaupt?

Quizfrage vorab: Was ist überhaupt ein Designer?

Design (englisch: to design) ist nichts anderes als die möglichst zielorientierte, zielgerichtete Erarbeitung eines Lösungsansatzes für eine Problemstellung. Design gibt es also überall, und der Begriff kann defakto auch für fast alles eingesetzt werden. Das Berufsbild des "Designers" darf also auf keinen Fall mit der geschützen Berufsbezeichnung "Architekt" verwechselt werden; defakto kann sich jeder "Designer" nennen. Und wir weisen darauf hin, dass selbst einmal die Alliance of German Designers AGD dazu Bezug genommen hat: Ja, es ist auch gut so, dass man Designer sein darf und sich Designer nennen darf, wenn man nicht Design studiert hat, denn kreative, schöpferische Leistungen haben im Grunde nichts mit einem Studium oder Abschluss zu tun sondern eben mit dem schöpferischen Prozess an sich.

Warum kann das volle Potential in der Zusammenarbeit zwischen Fachleuten aus der Kreativwirtschaft einerseits und Auftraggebern andererseits oftmals nicht angemessen entfaltet werden?

Die Hauptursache liegt oftmals darin begründet, dass unter dem Druck von Preisen, Kosten und fehlenden Budgets bzw. fehlender Investitionsbereitschaft viele Aufträge im Beziehungsgeflecht aus Bekanntschaften und Freundschaften und/oder auch nach dem Prinzip des günstigsten Anbieters in Verbindung mit ausschreibungsähnlichen Projektanfragen erteilt werden. Wer sich bewusst ist, dass der Wert und Nutzen in Kommunikation und Werbung maßgeblich durch Ideen erschaffen und durch Projektleitung und Qualitätssicherung bis zur finalen Umsetzung gesteuert und erhalten wird, der müsste es längst wissen: Hier benötigt man die größte Qualifikation, für Ideenfindung und Diskussionen die meiste Zeit; wer den Angebotspreis reduzieren will der spart genau hier. Runter mit der Qualifikation der "Kreativen". Runter mit dem Zeitaufwand für Ideenfindung. Runter mit der Qualitätssicherung. Runter mit der Projektleitung und damit Abstimmung auch bei Schnittstellen. Einfach nur den Job machen, und am besten nur mal eben aus dem Bauch heraus. So werden Kreative billiger. Und konzeptionelle Schwächen stellen viele Auftraggeber entweder gar nicht oder erst nach Jahren fest; belegt werden können diese ohnehin fast nie. 

Es gibt also stets Anbieter und auch eine Nachfrage mit Anspruch, und es gibt auch die Masse mit geringem bis gar keinem Anspruch. Die Schwierigkeit besteht nun darin, wie man feststellen kann, an wen man denn nun eigentlich gelangt ist, oder mit welcher Zielsetzung (billig oder Anspruch) man ein Projekt planen / umsetzen möchte.

Wozu dient ein eigentlich Zweckverband in der Zusammenarbeit zwischen Kreativen und Auftraggebern?

Die Ausschreibung von Detailleistungen im Medien- und Kommunikationsdesign beispielsweise für die Gestaltung von Anzeigen oder auch einer einzelnen Auflage gerade in Verbindung mit Vereinen und Initiativen kann durchaus tendentiell zu günstigeren Angebotspreisen führen, denn irgendein Kreativer erhofft sich gerade mal eine nette Referenz, will in Zeiten klammer Kassen ein paar Euro verdienen oder hat auch mal eine emotionale Bindung zu einem Verein oder einer Schule für ein paar Jahre, weil nun einmal er selbst Mitglied ist so eben seine Kinder. Wer sich allerdings mit Markenführung, Kommunikation und damit auch der Darstellung von Vereinen / Initiativen wie auch Schulen nach außen sowie auch nach innen auskennt, der weiß: Man benötigt eine solide Basis in gestalterischen, technischen, organisatorischen und redaktionellen Fragen. So etwas ist nicht gottgegeben und entsteht auch nicht mal eben in 5 Minuten: Solche Planungsjobs sind harte Arbeit und machen oftmals auch wenig Spaß, wenn man es ernsthaft auf Diskussionen nebst Erarbeitung von Argumenten ankommen lässt. Oftmals beginnt das Problem aber bereits mit einer kaum möglichen Trennung zwischen Initiative bzw. Engagement von Mitgliedern einerseits und beruflichen Leistungen andererseits.

Die Kreativen gehen mitunter genauso schnell wie diese gekommen sind, denn finanzielle, emotionale und strategische Ziele können oftmals nicht erreicht werden, weil das vertragliche Rahmenwerk fehlt.

Wer den günstigsten Anbieter für Teilleistung in Design, Grafik oder Programmierung bekommt also oftmals eben nur diese eine Teilleistung; wenn es sich für den Dienstleister aber finanziell oder emotional nicht mehr rechnet, ist der genauso schnell weg wie man den günstig oder gratis bekommen hat. Für viele Vereine oder Initiativen ist das in Fragen von Design, Technik, Orga und Kommunikation mitunter der Supergau, denn plötzlich weiß wieder niemand, wie man ein Redaktionssystem für ofmals über 500 User und zig Gruppen administriert, in Sicherheitsfragen ein Update verpasst, wo welche Grafikdateien sind oder wie überhaupt im Detail das visuelle Grundkonzept in Fragen von Typographie, Farbkonzeption oder schon Bildrechten vereinbart wurde bzw. funktioniert.

Man benötigt zwingend einen Medienprojektleiter für Vereine, Initiativen, Organisationen und damit auch Schulen; ein Job, der Zeit kostet, Qualifikation erfordert und damit in der Praxis nicht mal irgendwem als "Vater", "Mutter" oder Vereinsmitglied übertragen werden kann. Selbst dann, wenn man mal zeitweilig wen findet, der diesen Job tatsächlich auch als Mitglied beherrscht und gratis erbringen möchte, der fördert das Risiko, dass im Geflecht aus Personen, Jobs und Beziehungen gerade an der Schnittstelle zwischen Vereinsarbeit und Berufen der Kreativwirtschaft eine Grauzone entsteht. So lässt sich oftmals der Gegenwert für eine "Gratisanzeige" oder der Wert von Gestaltungsarbeiten für Vereine im Sinne einer "Referenz" und damit wertvollen Eigenwerbung für den Kreativen, der's gemacht hat, oftmals kaum bis gar nicht in Zahlen fassen.

Unsere Zielsetzung

Über den Zweckverband möchten wir sicherstellen, dass kreative, schöpferische Leistungen zu üblichen Regelsätzen abzüglich einer prozentualen Fraktile für Auftraggeber als Mitglieder tatsächlich zu einer noch angemessenen Vergütung führen, im Gegenzug aber große Teile redaktioneller Arbeiten in Eigenpflege zurück an die Vereine etc. als Auftraggeber gehen. Das beginnt oftmals schon mit einem Vergütungs- und Tarifmodell für Tätigkeiten. Wir stellen die Infrastruktur in gestalterischen, technischen und strategischen Fragen; die Auftraggeber als Mitglieder nutzen diese und fördern durch Ihre Beiträge und Projektvergütungen die Fortentwicklung und den Erhalt des Verbands.


 


 

Termine

Nicht öffentliche Projektbesprechung

8. April 2013, 20.00 Uhr

  • Mastertemplate für ZVKW Portal
  • Klärung Raumangebote für das Schulungsangebot
  • Programmierung Anzeigen-Kalkulator mit Preview-Option und Upload-Funktion für aktuelles Schulzeitung-Projekt
  • Abstimmung Materialplanung und Angebotsanfrage für PLU